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Klassische Stuckateurskunst trifft modernes Handwerk: Wir restaurieren historischen Stuck im Altbau und setzen neue Akzente mit Profilen, Gesimsen und indirekter Beleuchtung.
Stuck entsteht auf zwei grundsätzlich verschiedene Arten. Beim Ziehen vor Ort wird das Profil mit einer aus Blech geschnittenen Schablone direkt an der Wand oder Decke aus Stuckgips gezogen – so sind historische Profile entstanden, und so lassen sie sich auch heute exakt ergänzen. Beim Abguss wird ein vorhandenes Profil abgeformt und in der Werkstatt vervielfältigt, was bei größeren Mengen und bei Rosetten sinnvoll ist.
Vertragliche Grundlage für Stuckarbeiten ist ATV DIN 18350 der VOB/C (Ausgabe 2019-09), die Putz- und Stuckarbeiten gemeinsam regelt; für die Untergründe gelten DIN 18550-1 und DIN 18550-2.
Welcher Weg der richtige ist, entscheidet sich am Objekt – wir schauen uns das Profil an, bevor wir kalkulieren.
Das klassische Material für Innenstuck: fein, schnell abbindend und in der Lage, kleinste Details abzubilden. Stuckgips wird zum Ziehen vor Ort und für Abgüsse verwendet. Die kurze Verarbeitungszeit von wenigen Minuten ist der Grund, warum Stuckarbeiten Erfahrung verlangen – wer zu langsam arbeitet, verliert das Material.
Für historische Substanz und für Bereiche mit höherer Feuchtebelastung. Kalkgebundene Mörtel sind weicher und diffusionsoffener als reiner Gips und bleiben damit verträglich mit alten Kalkputzen. In der Denkmalpflege ist Materialverträglichkeit oft wichtiger als maximale Festigkeit.
Aufwendige Techniken für repräsentative Räume: Stuckmarmor wird aus eingefärbtem Gips geschliffen und poliert, Zugputz erzeugt scharfkantige Profile direkt aus dem Putz. Beides ist Handarbeit mit hohem Zeitaufwand und kommt vor allem in denkmalgeschützten Gebäuden vor.
Die günstige, leichte Variante für Neubau und Renovierung. Sie werden geklebt statt gezogen, sind in Stunden statt Tagen montiert und für Lichtvouten gut geeignet. Für die Ergänzung historischer Profile sind sie ungeeignet: Kanten und Tiefe wirken anders, und im Brandverhalten unterscheiden sie sich deutlich von mineralischem Stuck. Wir sagen offen, wann welche Variante Sinn ergibt.
In Freiburger Gründerzeitwohnungen ist Stuck oft noch vorhanden, aber beschädigt: Risse durch Setzungen, Fehlstellen nach Leitungsverlegung, abgeschlagene Profile bei früheren Umbauten oder Konturen, die unter zehn Schichten Farbe verschwunden sind.
Unser Vorgehen: Zuerst wird das Bestandsprofil aufgenommen und eine Schablone danach angefertigt. Fehlstellen werden entkernt, ein Putzträger gesetzt und das Profil in mehreren Lagen nachgezogen, bis es bündig an den Bestand anschließt. Überstrichene Profile legen wir mechanisch oder mit Abbeizverfahren frei, wenn die Konturen erhalten sind.
Bei denkmalgeschützten Gebäuden stimmen wir Material und Ausführung vorab mit der Denkmalbehörde ab. Erhalt geht dabei immer vor Ersatz – auch weil Originalsubstanz nicht wiederherstellbar ist.
Stuck ist längst nicht mehr nur Altbauthema. Am häufigsten gefragt sind heute Lichtvouten: umlaufende Profile, hinter denen LED-Bänder liegen und die Decke indirekt anleuchten. Sie ersetzen Deckenspots, wirken deutlich ruhiger und lassen sich mit abgehängten Decken aus dem Trockenbau kombinieren.
Wichtig ist dabei die Planung vor der Ausführung: Lichtfarbe, Abstand des LED-Bandes zur Wand, Tiefe der Voute und Schattenkante bestimmen, ob die Beleuchtung gleichmäßig wirkt oder Streifen zeigt. Wir legen diese Maße vorher fest, statt sie auf der Baustelle zu improvisieren.
Ebenfalls gefragt: schlichte Deckenanschlussprofile, die den Übergang von Wand zu Decke sauber fassen, und Deckenspiegel, die große Räume gliedern.
Wir schauen uns Bestand und Untergrund an, nehmen bei Restaurierungen das vorhandene Profil auf und klären, ob gezogen, abgeformt oder ergänzt wird.
Mit Angabe der Technik, der laufenden Meter beziehungsweise Stückzahl und der Anzahl der Profilzüge. So sind Angebote vergleichbar.
Anfertigen der Ziehschablone aus Blech oder Abformen des Bestandsprofils. Dieser Schritt entscheidet über die Genauigkeit des Ergebnisses.
Lose Teile entfernen, Fehlstellen entkernen, Putzträger setzen, Untergrund grundieren. Bei Rissen klären wir zuerst, ob sie noch arbeiten.
Das Profil entsteht in mehreren Lagen. Gezogener Stuck braucht Trocknungspausen zwischen den Zügen, angesetzte Elemente werden ausgerichtet, verklebt und in den Bestand eingespachtelt.
Schleifen, Kanten schärfen, Anschlussfugen schließen und auf Wunsch direkt der passende Anstrich. Abnahme bei Tageslicht, weil Streiflicht jede Unebenheit zeigt.
Stuck lässt sich nicht sinnvoll pauschal bepreisen. Ein schlichtes Deckenanschlussprofil und ein mehrfach profiliertes Gesims aus der Gründerzeit sind zwei völlig verschiedene Arbeiten, und bei Restaurierungen zeigt sich der Umfang oft erst, wenn die alten Farbschichten herunter sind.
Deshalb arbeiten wir so:
Bei größeren Vorhaben legen wir auf Wunsch zuerst ein Musterstück an, damit Sie Ergebnis und Aufwand sehen, bevor Sie sich festlegen.
Die Wohnhäuser aus der Zeit um 1900 sind das klassische Einsatzgebiet für Stuckrestaurierung: hohe Räume, umlaufende Deckenprofile, Rosetten über der Deckenmitte. Bei Sanierungen geht es meist darum, Fehlstellen nach Leitungsverlegung zu schließen, ohne dass der Übergang sichtbar bleibt.
Freiburg hat einen großen Bestand geschützter Bauten. Hier sind Material und Technik nicht frei wählbar. Wir arbeiten kalkgebunden statt rein gipsgebunden, wo es die Substanz verlangt, und stimmen den Aufbau vorab mit der Denkmalbehörde ab.
Im Neubau und bei Kernsanierungen im Umland setzen wir vor allem Lichtvouten, schlichte Deckenanschlüsse und Deckenspiegel um – oft als Teil eines kompletten Innenausbaus zusammen mit Trockenbau, Putz und Malerarbeiten.
Wir arbeiten in Freiburg im Breisgau und rund 40 Kilometer Umkreis, unter anderem in Emmendingen, Waldkirch, Denzlingen, Gundelfingen, March, Breisach, Bad Krozingen, Staufen und Müllheim. Wie eine denkmalgerechte Sanierung in der Praxis aussieht, zeigt unser Projekt Schloss Hugstetten.
In den allermeisten Fällen ja. Solange ein Stück des Originalprofils erhalten ist, lässt sich daraus eine Ziehschablone anfertigen oder ein Abguss nehmen. Die Fehlstelle wird entkernt, ein Putzträger gesetzt und das Profil in mehreren Lagen nachgezogen, bis es bündig anschließt. Nach Anstrich ist der Übergang in der Regel nicht mehr erkennbar. Schwieriger wird es, wenn kein Reststück mehr vorhanden ist – dann orientieren wir uns an historischen Fotos, an gleichartigen Räumen im selben Haus oder an zeittypischen Profilen derselben Bauepoche.
Von der Detailtiefe des Profils, von der Menge und vom Zustand des Bestands. Jede zusätzliche Kehle und Kante bedeutet weitere Profilzüge und Nacharbeit von Hand. Die Ziehschablone fällt einmalig an, unabhängig davon, ob fünf oder sechzig Meter gezogen werden – bei kleinen Mengen fällt sie deshalb stark ins Gewicht, bei großen kaum. Bei Restaurierungen zeigt sich der tatsächliche Umfang oft erst nach dem Freilegen, weshalb wir hier bewusst im Stundenlohn und mit laufender Abstimmung arbeiten. Hinzu kommen Raumhöhe und Rüstung sowie mögliche Auflagen aus dem Denkmalschutz.
Echter Stuck besteht aus Stuckgips oder Kalkgipsmörtel, wird vor Ort gezogen oder abgeformt und ist mineralisch, nicht brennbar und dauerhaft reparierbar. Profile aus Polystyrol oder Polyurethan werden industriell gefertigt und geklebt. Sie sind erheblich günstiger und schneller montiert, unterscheiden sich aber in Kantenschärfe, Tiefenwirkung und Brandverhalten deutlich vom Original. Für Lichtvouten und schlichte Profile im Neubau sind sie eine legitime Lösung; zur Ergänzung historischer Decken sind sie ungeeignet, weil der Übergang zum Bestand sichtbar bleibt.
Für ein umlaufendes gezogenes Profil in einem Wohnzimmer von etwa 20 Quadratmetern rechnen wir mit zwei bis vier Arbeitstagen, verteilt über eine knappe Woche – zwischen den einzelnen Profilzügen braucht das Material Trocknungszeit, die sich nicht abkürzen lässt. Angesetzte Fertigprofile sind in einem Tag montiert. Restaurierungen mit vielen Fehlstellen dauern länger, weil jede Stelle einzeln entkernt, unterfüttert und nachgezogen wird. Den Anstrich planen wir frühestens zwei bis drei Tage nach dem letzten Zug ein.
Ja, das ist sogar der Regelfall bei Lichtvouten. Wichtig ist, dass die Unterkonstruktion die zusätzliche Last aufnimmt und die Beplankung an den Befestigungspunkten ausreichend tragfähig ist. Wir planen deshalb schon beim Trockenbau die Traglattung im Bereich der späteren Voute mit ein und legen die Elektroleitung für das LED-Band vorher fest. Bei mineralischem Stuck auf Gipsplatte arbeiten wir mit Bewehrungsstreifen im Anschluss, damit unterschiedliche Materialbewegungen nicht zu Rissen an der Fuge führen.
Wenn die Konturen unter mehreren Farbschichten verschwunden sind, gibt es zwei Wege. Mechanisch mit feinen Werkzeugen und Dampf lassen sich Schichten schonend abnehmen, das ist zeitaufwendig, aber materialschonend. Chemisch mit geeigneten Abbeizpasten geht es schneller, verlangt aber Vorsicht bei gipsgebundenem Untergrund und sorgfältige Neutralisation. Welcher Weg passt, hängt von Anzahl und Art der Altanstriche ab. Vor der Entscheidung legen wir immer eine Probefläche an – so sehen Sie das Ergebnis, bevor die ganze Decke bearbeitet wird.
Bei eingetragenen Kulturdenkmalen sind Veränderungen an prägenden Bauteilen genehmigungspflichtig, und dazu zählt Stuck in aller Regel. Zuständig ist die Untere Denkmalschutzbehörde der Stadt Freiburg beziehungsweise des Landkreises. In der Praxis geht es meist um Materialwahl, Profilgeometrie und die Frage, wie viel Originalsubstanz erhalten bleibt. Wir bereiten die fachliche Beschreibung der geplanten Ausführung vor und stimmen sie mit der Behörde ab, bevor gearbeitet wird. Die eigentliche Antragstellung liegt beim Eigentümer, wir liefern die Unterlagen dafür zu.
Risse entstehen fast immer dort, wo unterschiedliche Materialien aufeinandertreffen oder Bauteile sich bewegen: am Übergang von Wand zu Decke, an Anschlüssen zwischen Massivbau und Trockenbau und über Deckenbalken. Ursachen sind Setzungen im Gebäude, Temperatur- und Feuchtewechsel oder ein starr ausgeführter Anschluss, der keine Bewegung zulässt. Vorbeugend arbeiten wir mit Bewehrungsstreifen und Trennschnitten an kritischen Fugen. Bei bestehenden Rissen prüfen wir zuerst, ob sich das Bauteil noch bewegt – erst danach entscheidet sich, ob eine starre Reparatur hält oder eine elastische Fuge die richtige Lösung ist.
Ob Restaurierung im Altbau oder Lichtvoute im Neubau – wir schauen uns Ihr Objekt an und beraten ehrlich, was sinnvoll ist.
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